Montag, 28. April 2014
Lilith kehrt zurück
Sonntag, 13. April 2014
Freitag, 11. April 2014
Hotel La Fenice et Des Artistes
Montag, 31. März 2014
Kastrationsangst und phallischer Triumph
Schlagen wir nach bei Freud, erfahren wir, dass „der Pilz (...) ein unzweideutiges Penissymbol“ ist. Es gebe Pilze, „die ihrer unverkennbaren Ähnlichkeit mit dem männlichen Glied ihren systematischen Namen verdanken (Phallus impudicus)“ Und an anderer Stelle heißt es, „wenn die gebräuchliche Bezeichnung der Geschlechtstätigkeit des Mannes im Deutschen ‚vögeln’ lautet, das Glied des Mannes bei den Italienern direkt l’uccello (Vogel) heißt, so sind das nur kleine Bruchstücke aus einem großen Zusammenhange, der uns lehrt, dass der Wunsch fliegen zu können, im Traume nichts anderes bedeutet als die Sehnsucht, geschlechtlicher Leistungen fähig zu sein“. Wem diese Leistung gelingt, der mag einen Schrei des Triumphes ausstoßen. Doch was bedeutet der Hut, mit dem der Pilze gefangen genommen wird? Freud meint, dass „die Symbolbedeutung des Hutes sich aus der des Kopfes ableitet, insofern der Hut als ein fortgesetzter, aber abnehmbarer Kopf betrachtet werden kann“. Über das „Hutabnehmen“ erfahren wir, dass es eine „Erniedrigung vor dem Begrüßten“ bedeute. Wenn zwei Männer einander begegnen, die ihre Positionen noch nicht ausgehandelt haben, kommt es daher oft zu „Grußschwierigkeiten“. Beide „lauern“ darauf, wer wen zuerst grüßen wird. Diese „Grußempfindlichkeit“ hat „den Sinn (...), sich nicht geringer darzustellen, als der andere sich dünkt“
Der Schwächere grüßt zuerst. Seine „Verbeugung ist wahrhaft höflich, denn sie war ursprünglich der Gruß der Untertanen bei Hofe. Vor der Obrigkeit beugte man tief den Nacken, machte den ‚Bückling’ oder den ‚Kratzfuß’ (...). Kurzum, man machte sich niedriger und kleiner (...). Im alten China (...) machten die Untertanen vor den Mandarinen viele Kotaus und drückten dabei die Stirn auf den Boden (...). Im Abendland fordert die Unterwerfungsgeste zudem, den Hut zu ziehen, das Attribut zivilisierter männlicher Würde, und den Kopf und damit auch den Nacken zu entblößen (...)“ (Brunn 2002, S. VI). Nur ein „Grande von Spanien“ hatte das Recht, „in Gegenwart des Königs bedeckten Hauptes“ bleiben (Freud 1916, S. 395). Das zeichnete seine Stellung bei Hofe aus. Die anderen Männer mussten sich zu entblößen. Hutabnehmen gehört also zum Begrüßungsritual der Männer, während Frauen ihre Kopfbedeckung in der Regel aufbehalten, wenn sie einander grüßen. Sie dürfen sich keine Blöße geben; sie müssen bedeckt bleiben. Schließlich ist der Hut auch ein „Symbol des Genitales, vorwiegend des männlichen“. Und deshalb ist das Grüßen mit dem Hut eine Unterwerfungsgeste, deren „Beziehung zum Kastrationskomplex“ jeder kennt. Die Formel lautet: Hutabziehen = „Kopfabschneiden = Kastrieren“ (Freud 1940 a, S. 47).
Mit dem Hutabziehen bringt der Rangniedrigere symbolisch zum Ausdruck, dass er in Gegenwart des Ranghöheren auf die Erektion verzichtet. Diese Demutsgeste erspart dem Ranghöheren einen Rangkampf, weshalb er den Gruß dankbar erwidert.
Schließlich heißt es bei Freud: „Alle Triebe, die zärtlichen, dankbaren, lüsternen, trotzigen, selbstherrlichen, sind durch den einen Wunsch befriedigt, sein eigener Vater zu sein“. Der Schöpfer seiner selbst zu sein – das war in Wien um 1900 ein vielen jüdischen Söhnen verständlicher Wunsch. Sie distanzierten sich von der Demutshaltung der Väter und lehnten sich gegen das Klischee auf, dem zufolge der jüdische Mann als schwach, weibisch und kastriert galt (vgl. Weininger 1903, Nitzschke 1980, le Rider 1990, Gilman 1993, Pollak 1997, Heschel 1998). Die Söhne suchten nach einem neuen Männerbild – und erhielten Angebote wie das „Muskeljudentum“ (1909), das der Theoretiker der „Entartung“ (1892/93) und spätere Zionist Max Nordau konstruiert hatte. Mit solchen und ähnlichen Idealen vor Augen konnten sich die Söhne auch besser von den Müttern abgrenzen, die – obgleich in einem patriarchalen Familienverband lebend – im Haus das letzte Wort hatten.
Donnerstag, 23. Januar 2014
Grande Galerie
Die Frau ist der wahre Gral. (Auguste Rodin)
Montag, 20. Januar 2014
Einfach ICH
Donnerstag, 16. Januar 2014
Freimaurer
Rund vier Millionen Freimaurer gibt es auf der Welt, wohl kein anderer Geheimbund hat mehr Mitglieder. Und doch weiß niemand genau, was in den Tempeln der Freimaurer geschieht. Bei ihrem bizarren Aufnahmeritual müssen die Logenbrüder ein Schweigegelübde ablegen. Wer es bricht, wird bestraft. Auch in Deutschland und Frankreich ist der Orden aktiv, in fast jeder größeren Stadt gibt es ein Logenhaus. Anwälte, Ärzte und Politiker gehören ebenso zu den Mitgliedern wie Handwerksmeister und Musiker. Aber was fasziniert diese Leute an dem Geheimbund? Gelangen sie im Tempel tatsächlich zu geheimem Wissen? Und warum dürfen die Freimaurer nicht über die Tempelarbeit sprechen - wenn sie doch nur der Humanität dient, wie die Mitglieder behaupten?Noch immer ist nicht endgültig geklärt, wie der Bund überhaupt entstanden ist. Das Innere der Tempel weist Parallelen zum Salomonischen Tempel in Jerusalem auf, dessen Mythos die Tempelritter im 12. Jahrhundert nach Europa brachten. Aber sind die Tempelritter tatsächlich die Vorläufer der Freimaurer? Die moderne Freimaurerei entstand aus der Bauhütten-Bewegung im späten Mittelalter. Damals vollbrachten die Steinmetze in den Augen des Volkes wahre Wunder, indem sie gigantische Kathedralen errichteten. Die abgeschotteten Steinmetz-Zirkel waren Inseln des Wissens.
Donnerstag, 21. November 2013
Donnerstag, 7. November 2013
Der Maestro
Donnerstag, 25. April 2013
Freitag, 19. April 2013
Donnerstag, 28. Februar 2013
Andron
, das „Frauenquartier“
Quelle:http://www.tcnj.edu/~anchouse/andron.html
Montag, 25. Februar 2013
Nacktheit darunter
Deshalb wählte man ein Kleid das Ihre Brüste hochhob und den genussvollen Zugriff preisgab.
Je mehr man schnürte desto mehr hoben sich ihre Brüste hervor, ihre Scham nur bedeckt von diesen weichen fließenden Stoff und auch nur dann wenn man nicht verlangte sie solle ihn hochrollen und an den Seiten befestigen.
Keuschheit und Lust gemeinsam vereint....
Mittwoch, 6. Februar 2013
ces messieurs du sexe fort
"Je vollkommener, desto mehr Schmerzen." - Michelangelo, Sonette, Über Dante
Freitag, 9. November 2012
RefugiO
Ab Jänner 2013 ist es soweit dann verwirklichen wir unseren Traum!
Es wird ein Lokal für unsere Cercle Mitglieder und für die die es noch werden wollen.
Coming soon.....
Dienstag, 31. Juli 2012
Atelier Rosa
Als ich nach Hause kam lag im Wohnzimmer ein Blatt Papier auf dem Couchtisch.
Ich nahm das Papier und las die Worte meines Geliebten: Dein Rock ist fertig abzuholen um 14 Uhr bei Madame Rosa"
Mehr stand da nicht mehr darauf. Ich legte das Papier beiseite und schaute auf die Uhr.
Ich musste mich beeilen denn es war schon halb zwei auf meiner Uhr, also zog ich mir meine Jacke wieder über und machte mich auf den Weg zu Madame Rosa.
Vor einer Woche war ich bei Madame, da hatte sie Mass bei mir genommen und die letzten Details mit meinem Geliebten besprochen.
Ja das ist richtig mit meinem Geliebten! Nicht mit mir ich durfte mich nur hinstellen damit Madame meine Masse nehmen konnte.
Auch wurde ich nicht nach der Farbe gefragt- ich wurde rein gar nichts gefragt!
Alles besprach sie nur mit ihm, sie nahm eigentlich gar keine Notiz von mir.
Madame Rosa erinnerte mich ein wenig an eine Gouvernante vom Aussehen her und von ihrer Art.
Sie sprach sehr wenig mit mir und wenn dann war es nur "Drehen sie sich um" oder "stehen sie gerade" als sie mit ihren Massband meine Taillie umschlung.
Sie trug einen langen dunkelblauen Rock und dazu eine weisse hochgeschlossene Bluse mit einem kleinen Stehkragen.
Ihre Haare trug sie zu einem Tout hochgesteckt.
An einer dünnen goldenen Halskette baumelte wenn sie sich nach vorne beugte eine Art Lesebrille.
Mein Geliebter lehnte sich an die Wand im Atelier, steckte seine Hände frech in seine Hosensäcke und beobachtete dieses Szenario.
Ich traute mich nicht zu bewegen, ganz steif stand ich mitten im Raum, um mich Madame Rosa mit ihren Massband.
Als sie alle Masse hatte und diese in ihr Büchlein eintrug nahm sie ihre Brille ab und wandte sich meinem Geliebten zu.
Sie sprachen miteinander und ich verharrte noch immer in dieser starren geraden Position.
Ich hörte nur wie mein Geliebter zu ihr sagte sie möge bitte bis nächste Woche damit fertig sein.
Sie setzte sich wieder ihre Brille auf ging zu ihrem Schreibtisch rüber.
"Kein Problem ich rufe sie an sobald der Rock zum Abholen bereit ist"
Mein Geliebter lächelte als er sich zu mir rüber drehte und nach meiner Hand fasste.
Mir kam schien das alles ein wenig eigenartig aber ich fragte nicht weiter danach und freute mich auf diesen Rock.
Ich wusste das er einen guten Geschmack besaß und deshalb machte ich mir keine weitern Gedanken darüber obwohl ich natürlich schon sehr neugierig war wie der Rock schlussendlich aussehen werde.
Ich stand eine Woche später vor der Türe des Ateliers von Madame, nur das mich diesmal mein Geliebter nicht begleitete.
Es wunderete mich schon denn gerade heute an dem Tag wo ich den Rock erhalten sollte.
Wollte er denn nicht auch wissen wie dieser geworden ist und wie er mir stehen würde?
Nein anscheinend nicht zuminderst nicht in diesem Moment, er wollte das ich alleine zu Madame gehen sollte.
Ich öffnete die Türe und kleine Glöckchen die oberhalb der Türe angebracht waren begannen darauf zu klingeln.
Etwas verschüchtert trat ich ein nun kein Wunder denn Madame würdigte mich keines Blickes damals.
Doch diesmal war sie etwas freundlicher zumindest grüsste sie mich, doch gleich darauf befahl sie mir in die Umkleidekabine zu gehen und mich zu entkleiden.
Ich tat dies, streifte meinen Jeansrock ab und wartete nur bekleidet mit Shirt und Slip auf Madame.
Sie schob den schweren Samtvorhang beiseite und musterte mich. Ich wurde verlegen dabei als mich ihre Blicke streiften.
Um ihren Arm hatte sie den Rock gelegt, ich konnte im ersten Augenblick erkennen das er lang und schwarz war.
Madame öffnete seitlich einen Zipp und siehe da sie half mir sogar beim einsteigen in den Rock.
Sie zog ihn mir hoch und schloss den Zipp wieder.
Dann trat ich heraus und betrachte mich in den grossen Spiegel mitten in diesen Raum.
Der Rock war wunderschön genäht, lang bis zu den Knöcheln hinunter, schwarzer Chiffon und in der Innenseite wurde er rot ausgelegt.
Plötzlich bemerkte ich das der Rock hinten und vorne hochgeschlitzt war, dies fiel mir zunächst gar nicht auf, doch jetzt wo ich mich bewegte darin kam es zum Vorschein.
Madame bemerkte meinen verwunderten Gesichtsausdruck und ehe ich sie fragen konnte bekam ich als Antwort: "Dies ist für ihre Zugänglichkeit gedacht"
Zugänglichkeit? ging es mir durch den Kopf Wozu?
Ich kann doch nirgends diesen Rock tragen ohne das jeder in mich hineinsehen könnte!
Und es kam noch besser, Madame hatte am vorderen Teil in der Höhe der Tailie kleine Häckchen angebracht ebenso auf der Kehrseite.
Sie griff sich das Ende des Rockes hob ihn hoch und befestigte diese an den dafür vorgesehenen Häckchen.
Ich konnte es gar nicht glauben ich stand mit offenem Rock da mein Hinteil war ebenso im Freiem.
Gottseidank hatte ich meinem Slip an das entblösste mich nicht völlig vor Madame.
"Sie müssen ihren Slip und ihr Shirt ausziehen denn dort wo sie diesen Rock tragen werden ist dies das EINZIGE Kleidungstück das ihnen erlaubt sein wird"
Donnerstag, 26. Juli 2012
FÜHLE!
Setzten sie sich nun ihre 3D Brille auf-schnallen sie sich auf ihren Sitzen an und begeben sie sich mit mir auf eine Zeitreise....fühlen sie mit MIR-ERLEBEN sie mit MIR!
Wir fliegen im Universum durch ein Zeitloch- Wind braust uns um die Ohren- plötzlich befinden wir uns in einem grossen Raum, ringsum uns befinden sich Bücher- wir drehen uns in alle Richtungen-wir haben das Gefühl der Sitz dreht sich mit uns.
Ein Buch fällt wie von Geisterhand uns zu Füssen, wir heben es vorsichtig auf.
Die Blätter bewegen sich von alleine wild um her...
Der Wind wird heftiger das Buch fällt zu Boden und eine Seite bleibt offen liegen.
Wir beugen uns hinunter, der Sitz kippt leicht nach vorne und folgende Zeilen mit alter Handschrift verfasst können wir lesen: Fühle!
Es wird stockdunkel darauf im Saal und Sekunden später drückt es uns in den Sitz zurück und wir verspüren Vibrationen unter unseren Füssen.
Die Reise geht weiter-in einer Kutsche, die Sitze beginnen zu ruckeln.
Landschaft zieht an uns vorüber, das Klappern der Hufe vernehmen wir immer intensiver.
Dann hebt sich der Sitz in die Höhe und wir steigen aus der Kutsch aus.
In Bruchteilen von Sekunden öffnet sich der Boden unter unseren Füssen und wir haben das Gefühl wir stürzen mit ab.
Hinunter durch ein dunkles Loch, der Wind setzt wieder ein so realistisch wie möglich sollen wir das Gefühl vermittelt bekommen.
Nach dem Fall kommt das Licht- wir sind geblendet- wir drehen uns können noch nicht erkennen wo es uns hin verschlagen hat.
Wärme macht sich breit ein Gefühl als ob Sonnenstrahlen unsere Haut erwärmen. Dann beginnen wir zu schweben ein Gefühl der Leichtigkeit umgibt uns.
Uns begegnen große Meister wie Leonardo da Vinci und Michelangelo ihre Gemälde und Skulpturen erscheinen uns so real wie nie zuvor.
Gregorianische Chöre dringen in den Saal und wir schweben noch immer,
langsam senkt sich der Sitz und wir haben wieder Boden unter den Füssen.
Was wird uns jetzt erwarten?
In dem Buch stand zu Beginn: FÜHLE!
Wir erleben wie uns eine Augenbinde angelegt wird-FINSTERNIS!
Auf einmal ein komplett anderes Gefühl, jetzt sehen wir nichts mehr JETZT können wir nur mehr hören, riechen und FÜHLEN!
Eine leichte Brise von Wind-ein süßherber Geruch macht sich breit-Schritte die näher kommen.
Und wieder beginnt sich der Sitz etwas zu drehen- wir drehen uns im Raum und die Schritte verfolgen uns.
Wir spüren wie uns etwas streift doch wissen wir nicht was es ist!
Wir hören einen Schlag wie von einer Peitsche ausgeführt- ein Aufschreien- ein Stöhnen- und wieder einen Schlag und wieder ein Aufschrei gepaart mit einem Seufzer.
Klirren von Ketten jedesmal bei einem Schlag als ob sich jemand darin winden würde.
Wir vernehmen den Atem der immer schneller wird und zugleich dieses lustvolle Stöhnen darauf.
Zu gerne hätten wir dieses Szenario "sehen" wollen doch nicht immer ist "sehen" das gleiche wie FÜHLEN!
Ich hoffe sie konnten ein wenig dieses Erlebnis genießen....
Sonntag, 15. Juli 2012
My home is my Castle
Es kotzt mich manchmal nur noch an. Wenn ich mit meinem Partner auf eine SM-Party gehe, habe ich mittlerweile oft das Gefühl, in das BDSM-Äquivalent eines Rudelbumses geraten zu sein. Viele meiner „NeigungskollegInnen“ wirken auf mich, als würden Sie da eine Mischung aus Gesellschaftsspiel und Inszenierung betreiben, darauf ausgelegt, auf die gaffende Zuschauerhorde besonders dominant, devot, einfallsreich, brutal, masochistisch oder sonst wie toll zu wirken.
Das fängt damit an, dass die Damen und Herren in Einheitskluft aufmarschieren; die Herren in Anzug oder Lederhose, die Damen in Rock und Korsett oder nackt, gelegentlich wählt noch eine den unglaublich individuellen Mittelweg eines O-Kleides. Rein visuell für mich also ein langweiliger Einheitsbrei.
Dann wird auf die Wangen gebusselt und „Hallihallo“ geflötet. Man stößt mit einem Sektchen an und berichtet von den neuesten Errungenschaften, die sich irgendwo zwischen Rosshaarpeitsche und Excel-Strafbuch bewegen. Anschließend rottet man sich zusammen, um das kalte Buffet zu schlachten, dabei nicht müde werdend, die Kochkunst des Veranstalters in den siebten Himmel zu loben, auch wenn es nur Frikadellen und Fertigsalate vom Billigdiscounter kredenzt wurden.
Der Mund ist noch nicht ganz leer gekaut, da wird schon über die Spielgeräte hergefallen, wie eine Heimsuchung durch Heuschrecken, Sodann werden die submissiven Partner, meist unter Abnudelung persönlicher Rituale, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen, an Andreaskreuz, Strafbock und Co geschnallt und die Dominanzen spulen das gute alte Hau-Drauf-Programm ab. Erst kommt der Flogger zum Aufwärmen, damit auch die Anwesenden SSC-Berater nichts zu mosern haben. Dann ist das Paddle dran, dann die Gerte und wer es besonders drauf hat, greift zum krönenden Abschluss noch zur Bullwhip.
Die menschlichen Konstellationen werden dabei oft durcheinander gewürfelt, man bindet Subs über-, unter- oder aneinander oder rottet sich auf dömlicher Seite zusammen. Letztlich aber wirkt es auf mich aber nur noch wahllos.
Aus den Räumlichkeiten dringt nun eine Mischung aus „Klatsch“, „Knall“ und „Kreisch“, die im BDSM-Bereich die klassischen „3K“ (Küche, Kinder, Kirche) von der Wichtigkeit her restlos abgelöst zu haben scheinen. Unabhängig von Ort und Zeit ist diese Playroomgeräuschsuppe immer gleich und hindert mich mittlerweile daran, einfach mal durch die Location zu schlendern, weil ich all das nicht mehr hören und sehen mag. Außerdem stehen im Normalfall sabbernde und geifernde Gaffer Spalier, die mich auf dem Absatz kehrt machen lassen und ganz sicher jede Lust in mir töten, selbst dort zu spielen.
Ich meine mich zu erinnern, dass Spielpartys früher irgendwie intimer und dass auch individuellere Spielarten möglich waren. Vielleicht verkläre ich ja im Rückblick, aber das ändert nichts an meiner jetzigen Reaktion: SM? Ja, gern, mein Liebster, aber bitte, bitte zuhause!
Das bedeutet nicht, dass ich keinen Kontakt mehr zu anderen SMern haben möchte. Ganz im Gegenteil, ich freue mich immer, Bekannte und liebe Freunde zu treffen – aber am liebsten halt „ganz stinknormal“. Deshalb laden wir uns die Leutchen zum Essen ein, man trifft sich alternativ auf Märkten oder irgendwo zum Kaffee und auch wenn man gerne mal über Praktiken, Partys oder lustige Unfälle klönt, so bleibt man doch vollständig (und ganz normal) bekleidet.
Für mich kombiniert das zwei unschätzbare Vorteile: Weil es BDSMer sind, kann man sich auch über BDSM unterhalten und wir brauchen den D/S-Aspekt unserer Beziehung nicht zu verschleiern. Gegenüber einer Playparty haben private Treffen für mich zudem den Vorzug, dass ich normalerweise gar nicht erst in Situationen komme, in denen BDSM-Praktiken anderer auf mich lächerlich oder gar widerlich wirken. Und das alles bei guter Musik, im gemütlichen Wohnzimmer und mit dem großen Zusatzspaß, schön kochen und die lieben Freunde sowie den eigenen Gaumen verwöhnen zu können.
Wenn es dann zum „Spiel“ kommt, ist es mir eigentlich am liebsten, wenn mein Partner und ich allein sind. Gelegentlich ist es okay, wenn gute Freunde an der Szenerie teilhaben, aber die sind dann handverlesen und die Regeln des Umgangs miteinander geklärt. In solchen Situationen kann ich mich fallen lassen, nichts lenkt mich ab und ich fühle mich gut aufgehoben. Das ist mir wichtig, wenn mein Liebster mich dabei einmal mehr zu kleinen Scherben zerbröselt und über meine Grenzen treibt; ohne diese geborgene Situation kann ich nicht loslassen. Auch hier bietet sich die eigene Wohnung förmlich an.
Das alles soll nicht bedeuten, dass Partys grundsätzlich schlecht sind. Sie bieten einige nicht zu verachtende Vorteile: Man lernt Menschen kennen, kann Spielgeräte nutzen, die nicht im eigenen Wohnzimmer stehen und man muss die Lautstärke der eigenen Schreie nicht an die Stärke der Zimmerwände und –decken anpassen. Auch ist es für Menschen, die vielleicht exhibitionistischer veranlagt sind als ich, bestimmt wunderbar, sich unter Gleichgesinnten ausleben zu können.
Für mich aber ziehe ich das Fazit, dass beim Wettlauf um meine Abende immer öfter das Zuhause den Sieg davonträgt und nicht eine Location.
Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder, aber im Augenblick reicht es mir, alle Jubeljahre auf eine Party zu gehen und ansonsten die Freizeit mit meinem Partner und guten Freunden in trauter, langweiliger Beschaulichkeit zu verbringen. Wer weiß – vielleicht werde ich einfach nur alt.
© ligeia
Donnerstag, 12. Juli 2012
Moral und Sünde, Liebe und Schmerz,
Mich hat der Spielfilm "Die heilige Hure" fasziniert, hier ein kurzer Auszug davon:
Die Theologiedozentin Dr. Marie Steiner lehrt die angehenden Priester der katholischen Kirche die Kritik am Beispiel der Maria Magdalena. In der Kirche kommt sie dem Restaurator näher, er weiht sie in die Lust der schmerzlichen Liebe ein.
Um ihre These der heiligen Hure zu dokumentieren geht Marie mit ihren Studenten zu einer Domina, es ist eine Bekannte von ihr. Marie ist fasziniert vom Ambiente des "Studios", fragt auch nach, ob die Domina wirklich zuschlägt oder nur so tut. Den Beweis dafür verspürt sie gleich darauf auf ihrer Kehrseite. Ein Student hat das per Zufall beobachtet und berichtet das dem Vorgesetzten.
Völlig verstört wendet sie sich an ihre Bekannte, die Domina. Über die Vidoe-Ueberwachung des Studios sieht sie einer Session zu und ist bereit die Rolle zu tauschen. Marie's Metamorphose vollzieht sich, aus Marie wird Maria Magdalena, die heilige Hure. Sie weiss was Schmerz ist und kann ihn so auch an anderen ausüben. Aus der Bestraften wird die Strafende.
Wobei MICH selbst hat mehr die Szene fasziniert als der Restaurator sie "genommen" hat in der Werkstatt der Kirche.
Und während er sie f... erblickte sie die Heiligenbilder ober ihr und die Statuen die noch restauriert werden mussten standen daneben.
Sie kleinen Nägeln bohrten sich unter ihr ins Fleisch- wie würden wir es so treffend formulieren: LUSTSCHMERZ










